Innovationsfähigkeit von Organisationen der Sozialwirtschaft! Eine kurze Einführung!

Der folgende Beitrag lässt sich von mir aus als zweiter Teil meiner Vorbereitung auf das Barcamp Soziale Arbeit bezeichnen. Den ersten Teil dazu findet Ihr übrigens hier!

Darüber hinaus ist der Beitrag wieder einmal Teil einer weiteren Serie, die ich hier auf dem Blog starten will.

Es wird ganz konkret um die Bedingungen für Innovation in Organisationen der Sozialwirtschaft gehen.

Es wird um die Bedingungen gehen, mit denen Organisationen der Sozialwirtschaft ihre Fähigkeit zur Innovation steigern können, unabhängig davon, ob es sich um Kindergärten, Jugendhilfeeinrichtungen oder andere Einrichtungen der Sozialen Arbeit handelt. Es wird jedoch nicht um konkrete Innovationen, also Angebote, Dienstleistungen etc. gehen.

Das müsst Ihr schon selber machen 😉

Und warum Innovation in Organisationen der Sozialwirtschaft ein wesentliches Thema ist oder zumindest sein müsste, zeige ich hier, als Einleitung zum Thema!

„Am Ende des Tages geht es nur ums Geld!“

Dieser Satz eines befreundeten Sozialarbeiters hat mich im Zuge der Auseinandersetzung mit Innovationen in Organisationen der Sozialwirtschaft geprägt.

Dazu ein paar Fragen:

  • Geht es im Hinblick auf Weiterentwicklung von Organisationen der Sozialwirtschaft wirklich einzig um Geld?
  • Sind die Rahmenbedingungen, in denen Soziale Arbeit geleistet wird, so begrenzend, dass eine innovative Gestaltung von Organisationen der Sozialwirtschaft „aus der Einrichtung heraus“ nicht gelingen kann?
  • Wird die Gestaltung von Abläufen, Prozessen und Strukturen einzig durch externe Stakeholder wie bspw. Leistungsträger oder die Politik angestoßen oder besteht auch die Option, „aus der Organisation heraus“ Innovation entstehen zu lassen?
  • Welche Faktoren bedingen innovatives Handeln in Organisationen allgemein?
  • Welchen Einfluss haben organisationale Bedingungen von Organisationen der Sozialwirtschaft, angefangen von der Umwelt der Organisation über deren Stakeholder, Strategie, Strukturen, Kultur bis hin zu den Prozessen und der Frage nach der Weiterentwicklung der Gesamtorganisation, hinsichtlich der Innovationskompetenz?
  • Welche Unterschiede bestehen diesbezüglich zwischen Organisationen der Sozialwirtschaft und erwerbswirtschaftlichen Organisationen?
  • Und natürlich: Wie lassen sich Innovationsbarrieren in Organisationen der Sozialwirtschaft überwinden?

Gestaltung der Zusammenarbeit

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Unity is strength… when there is teamwork and collaboration, wonderful things can be achieved (Mattie Stepanek)

Übergreifend steht die Frage, wie die Arbeit ebenso wie die Zusammenarbeit in den Organisationen, also dort, wo die Arbeit tatsächlich geleistet wird, besser, anders, neu gestaltet werden kann.

Ausgehend von einer vertieften Auseinandersetzung mit dem „Megatrend New Work“ stellt sich die Frage, ob die Art, wie wir arbeiten sowie die Organisationen, in denen wir arbeiten, für die zukünftigen gesellschaftlichen Herausforderungen noch als zweckmäßig angesehen werden können oder ob es nicht auch in der Sozialwirtschaft anderer, neuer, innovativer Formen der Zusammenarbeit bedarf.

Erkennbar mit Blick auf zukünftige Herausforderungen, denen sich Organisationen der Sozialwirtschaft gegenüber gestellt sehen, sind zunehmende Tendenzen zur Ökonomisierung oder vielleicht besser Monetarisierung, mit steigenden Anforderungen an die Wirkungsmessung der angebotenen Dienstleistungen, zunehmendem Wettbewerb der Organisationen untereinander, zunehmender Konkurrenz durch Akteure, die nicht originär dem „Sozialwesen“ zuzurechnen sind.

Gleichzeitig steigt die Komplexität der durch die Organisationen wahrzunehmenden Aufgaben (bspw. aufgrund des demografischen Wandels oder auch der Digitalisierung).

Deutlich wird, dass die Anforderungen an Organisationen der Sozialwirtschaft in unterschiedlichsten Bereichen gestiegen sind und weiter steigen werden.

Die mit den aktuellen Migrationsbewegungen einhergehenden Herausforderungen, die alle Bereiche Sozialer Arbeit, vom Kindergarten bis hin zu stationären Pflegeeinrichtungen, betreffen werden, sind nur ein aktuelles Beispiel, auf das sich die Organisationen einstellen müssen.

Innovation als Voraussetzung zur Entwicklung sozialer Arbeit

Christa spitzt die Aussage dahingehend zu, dass „Innovation als eine zielgerichtete Anpassung der Angebotspolitik und der konkreten Angebotsumsetzung an die Bedarfslagen einer sich zunehmend rascher verändernden Gesellschaft (…) als eine wesentliche Voraussetzung der Fortentwicklung Sozialer Arbeit auf allen Ebenen anzusehen“ ist.

Die Generierung und Umsetzung neuartiger Ideen und Konzepte zur Lösung sozialer Probleme einerseits und zur Entwicklung der jeweiligen Organisation andererseits in und für Organisationen der Sozialwirtschaft  wird zunehmend wichtiger.

Wenn Innovation auch in Organisationen der Sozialwirtschaft aber zunehmend an Bedeutung gewinnt, stellt sich gleichzeitig und übergreifend die Frage, welche Bedingungen gegeben sein müssen, um neue Ideen zu ermöglichen und diese zu erfolgreichen Innovationen umzusetzen.

Bedingungen für nicht planbare Innovation

Innovation ist nicht planbar!

Innovation comes from people meeting up in the hallways or calling each other at 10:30 at night with a new idea, or because they realized something that shoots holes in how we’ve been thinking about a problem. (Steve Jobs)

Allerdings ist die Herstellung geeigneter Bedingungen in Organisationen (auch der Sozialwirtschaft) möglich, durch die Innovation einfacher möglich wird.

Wer oder was lässt eine Organisation aber „innovativ“ werden?

Welche organisationalen Bedingungen spielen eine Rolle für die Innovationsfähigkeit von Organisationen und wie lassen sich diese herstellen?

Oder noch konkreter:

Wie lassen sich die organisationalen Rahmenbedingungen von Organisationen der Sozialwirtschaft so gestalten, dass die Organisationen ihre Innovationsfähigkeit steigern können?

Hinter der Frage steht die These, dass die organisationalen Rahmenbedingungen von Organisationen der Sozialwirtschaft einen wesentlichen Einfluss auf deren Innovationskompetenz haben.

Da Organisationen der Sozialwirtschaft jedoch anderen Rahmenbedingungen unterliegen als erwerbswirtschaftliche Organisationen, ist die Entwicklung von Innovationsfähigkeit erheblichen Schwierigkeiten unterworfen.

Entsprechend sind spezifische Voraussetzungen für Organisationen der Sozialwirtschaft zu schaffen, die trotz teilweise einschränkender Rahmenbedingungen (wie bspw. begrenzte finanzielle Mittel) Innovationen ermöglichen.

Das St. Galler Management Modell und Innovation

Ich habe in einem meiner letzten Beiträge das St. Galler Management Modell skizziert.

Gerade für Organisationen der Sozialwirtschaft bietet dieses Modell ein sehr gutes Rahmenwerk, das die Organisation als Ganzen aus einer systemischen Perspektive abbildet.

Hier will ich ich weitergehend skizzieren, wie dieses Modell auch als Rahmenwerk für die Gestaltung von Innovationsfähigkeit in Organisationen der Sozialwirtschaft dienen kann.

Dazu noch einmal kurz zum Modell:

Grundkategorien

Das St. Galler Modell unterscheidet die sechs Grundkategorien

  • „Umweltsphären“,
  • „Anspruchsgruppen“,
  • „Interaktionsthemen“,
  • „Ordnungsmomente“ (Strategie, Struktur, Kultur),
  • „Prozesse“ sowie
  • „Entwicklungsmodi“,

die aus organisationstheoretischer Sicht die verschiedenen Organisationskontexte aufzeigen, in denen ein Unternehmen als komplexes soziales System eingelagert ist.

Für die Innovationsfähigkeit von Organisationen der Sozialwirtschaft ist es jetzt möglich, auf jeder der Ebenen anzusetzen, um die Innovationsfähigkeit der Organisation zu beeinflussen.

Und in den folgenden Beiträgen zur Serie (und – falls es denn jemand wissen will – auch auf dem Barcamp – werde ich die jeweiligen Kategorien herausgreifen und jeweils auf die Möglichkeiten beziehen, wie sich die Innovationskompetenz in den Organisationen steigern lässt.

Also:

Bleibt dran… 😉

 

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