Master-Thesis Tagebuch Teil III: Mehr als Halbzeit

Mein Schreibtisch, aufgerĂ€umt…

Ihr merkt: aktuell bewegt sich hier auf dem Blog wenig.

Das ist tatsĂ€chlich dem geschuldet, dass ich mich aktuell meiner Master-Thesis in vollem Umfang widme. Ich hoffe, Ihr bleibt mir trotzdem treu… 😉

Voller Umfang klingt bei nĂ€herer Betrachtung lustig. Konkret bedeutet voller Umfang fĂŒr mich, dass ich versuche, wenn es denn möglich ist, morgens um etwa 5.15 Uhr aufzustehen und mich zumindest tĂ€glich fĂŒr eine Stunde der Arbeit zu widmen.

Faszination

Faszinierend dabei ist, dass durch die kontinuierliche Arbeit ein roter Faden erkennbar wird, der sich durchzieht. Das ist, ganz ehrlich, fĂŒr eine entsprechende Arbeit, unabdingbar. Eine Abschlussarbeit ohne roten Faden, ohne einen Aufbau, wĂ€re eher schlecht.

Faszinierend ist auch, dass ich es aktuell recht gut schaffe, den mit dem frĂŒhen Aufstehen verbundenen neuen Rhythmus recht gut einzuhalten. Es fĂ€llt mir leicht, mich um diese Uhrzeit aus dem Bett zu schĂ€len. DafĂŒr – und das ist die negative Seite – bin ich abends ab etwa neun Uhr nur noch mĂŒde. Ein Problem dabei ist, dass meine bessere HĂ€lfte einen komplett entgegengesetzten Rhythmus hat und schon immer hatte. Wir sehen uns somit kaum noch… Naja, das ist etwas ĂŒbertrieben, macht aber die Herausforderung deutlich, die mit einem Studium neben Beruf und Familie einhergeht. Ohne ihr mehr oder weniger großes VerstĂ€ndnis und ohne die relative Absehbarkeit des „Projektes Studium“ wĂ€re es wirklich mehr als grenzwertig.

Faszinierend ist, als dritter und letzter Punkt ist, dass ich viel schreibe. Ich habe inzwischen beinahe die maximale Seitenanzahl erreicht. Und fertig bin ich noch lange nicht. Das wiederum ist ein Problem, da ich die Schmerzgrenze in der Überschreitung der Obergrenze an Seitenzahlen meines Profs noch nicht kenne. Hier werde ich dann, wenn die Arbeit mal im Groben steht, versuchen mĂŒssen, zu kĂŒrzen, um wenigstens halbwegs im Rahmen zu bleiben.

Falls ihr gerade in einer Àhnlichen Situation seid und versucht, neben vielen anderen Anforderungen eine Abschlussarbeit zu schreiben, ein kleiner Tipp von mir: 

Legt euch eine Schreibroutine fest! Egal wann, egal wie, egal wo: Hauptsache möglichst regelmĂ€ĂŸig! 

Und der Inhalt?

Stimmt, da war ja noch was…

Wie ihr bereits festgestellt habt, befasse ich mich mit der Frage, wie Organisationen der Sozialwirtschaft ihre InnovationsfÀhigkeit steigern können. Je tiefer ich in die Arbeit einsteige, desto spannender, aber auch komplexer wird das Thema.

Allein schon die Frage, welche Aspekte eine Organisation, unabhĂ€ngig von ihrer Ausrichtung, GrĂ¶ĂŸe oder dem TĂ€tigkeitsfeld, umfasst, ist so komplex, dass eine BeschĂ€ftigung damit in einer im Umfang begrenzten, wissenschaftlichen Arbeit echt herausfordernd ist.

KomplexitÀt

Als Erkenntnis fĂŒr mich – wenn diese auf den ersten Blick vielleicht auch etwas lapidar erscheint – ist, dass die KomplexitĂ€t von sozialwirtschaftlichen Organisationen eine deutlich höhere ist, als dies bei erwerbswirtschaftlichen Organisationen der Fall ist. Allein der Blick auf das Leistungsdreieck der Sozialwirtschaft – die Verortung zwischen LeistungstrĂ€ger, Leistungserbringer und den Adressaten der Leistung – macht dies deutlich.

FĂŒr die mit Leitungs-, FĂŒhrungs- und Managementaufgaben betrauten Sozialmanager und Sozialunternehmer bedeutet dies auf der einen Seite, dass es ziemlich normal ist, sich in den verschiedenen Anforderungen oft verloren zu fĂŒhlen.

Auf der anderen Seite bedeutet dies auch, dass eine Wertigkeit zwischen der FĂŒhrung von einem Wirtschaftsunternehmen und der FĂŒhrung eines Sozialunternehmens einzig darin besteht, dass es im Wirtschaftsunternehmens mehr Geld gibt. Hier sollten die FĂŒhrungskrĂ€fte erkennen, dass es ein enorm herausfordernder Beruf ist, eine entsprechende Einrichtung zu fĂŒhren. Und die Menschen, die ich in den entsprechenden Positionen kenne, bekommen das in meinen Augen sehr gut hin!

Organisationale Fragen im Bachelor

FĂŒr die BeschĂ€ftigten in diesen Organisationen folgt aus der enormen KomplexitĂ€t sozialwirtschaftlicher Organisationen, dass es dringend einer grundstĂ€ndigen und fundierten Auseinandersetzung mit organisationalen Fragen schon in der Ausbildung der sozialen Berufe bedarf:

Soziale Arbeit findet nicht im luftleeren Raum statt, sondern immer eingebunden in organisationale Kontexte, die in meinen Augen im Studium der Sozialen Arbeit nicht ausreichend thematisiert werden. Mit Blick auf die Zukunft Sozialer Arbeit gewinnen diese Fragen zunehmend an Bedeutung, da die VerĂ€nderungen, denen sich die Organisationen stellen mĂŒssen, gravierend sein werden.

Hier besteht akuter Handlungsbedarf!

Innovation im Master

Handlungsbedarf besteht aber auch in der Weiterbildung fĂŒr Managementausbildungen in der Sozialwirtschaft. Zwar steht auf BroschĂŒren und Flyern der StudiengĂ€nge in dem Bereich immer irgendwas von Innovation, aber wenn man sich mit den Inhalten vertieft befasst, merkt man recht schnell, dass es sich meist um die traditionelle Vermittlung von Grundlagen der Betriebswirtschaft handelt.

Innovation in Der Sozialen Arbeit als ganz wesentliche Managementaufgabe wird kaum behandelt. Vielleicht bedarf es hier sogar eines eigenstÀndigen Studiengangs, der dieses Thema aufgrund der KomplexitÀt in der Gestaltung und Umsetzung von innovativen Herangehensweisen in der Sozialwirtschaft explizit umfasst.

Und es braucht noch viel mehr.

Das waren nur zwei Punkte, die die InnovationsfĂ€higkeit sozialer Organisationen ggf. positiv beeinflussen können. Aber: Hier gibt es noch viel mehr…  Ich werde die Ergebnisse nach Fertigstellung der Arbeit hier auf dem Blog veröffentlichen. Soviel steht schon mal fest.

Fest steht auch, dass der Blog insgesamt wohl eine etwas andere Profilierung bekommen wird, der Fokus auf das Thema Innovation steht dabei wohl im Vordergrund. Das ist dann aber wirklich ein nĂ€chstes Projekt 😉

Und jetzt an Euch:

Wie steht ihr zum Thema Innovation? Wo seht ihr die grĂ¶ĂŸten Herausforderungen? Was hindert euch daran, neue Ideen nicht nur zu haben, sondern diese auch umzusetzen?

Ich freue mich auf Eure RĂŒckmeldungen und einen spannenden Diskurs zum Thema Innovation in der Sozialwirtschaft…


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